Chronik

Chronik der FF Wöllnitz

Historisches Löschgerät FF Wöllnitz
Löschgerät der Wöllnitzer Feuerwehr aus längst vergangenen Zeiten. Der Löschwagen ist noch im Original erhalten.

Die Geschichte der Ortschaft Wöllnitz reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammt der Name des Ortes von einem ehemaligen Rittergeschlecht „von Welnicz” ab. Es wird davon ausgegangen, dass der Ort slawischen Ursprungs war. In der Folge war Wöllnitz im Besitz mehrerer Adelsgeschlechter.

Im 15. Jahrhundert war es zeitweise Lehen der Würzburger Bischöfe und im 19. Jahrhundert Besitz der Herren von Ziegesar. Die Geschichte der Wöllnitzer Feuerwehr lässt sich bis in das Jahr 1783 zurückverfolgen. Aus damaliger Zeit ist eine Urkunde erhalten, in der die Existenz einer Feuerwehr in Wöllnitz erwähnt ist.

Nach einer Statistik des Thüringer Feuerwehrverbandes aus dem Jahr 1900 zählte Wöllnitz 324 Einwohner. Die Feuerwehr im Ort bestand in diesem Jahr aus einem Oberfeuermann, einem Zugführer, 6 Feuermännern, 10 Spritzenmännern und 23 Hilfsmännern. Auch die Ausrüstung der Wehr war für die damaligen Verhältnisse gut. So hatten die Wöllnitzer eine 4-rädrige Spritze, 2 zweiholmige Steigleitern, 3 Feuer- oder Anstelleitern und eine Stützleiter zur Verfügung. Es gab in Wöllnitz eine Wasserleitung und der Feuerwehr standen 8 Hydranten als Wasserentnahmestellen zur Verfügung. Zur Sicherung der Einsatzbereitschaft hatten die Feuerwehrangehörigen jährlich 5 Übungen zu absolvieren.

In den Jahren von 1880 bis 1900 hatte das gesamte Feuerlöschwesen in Thüringen einen bedeutenden Aufschwung genommen. Im Vorwort der erwähnten Statistik steht: „ ...daß in Hinsicht auf die vorhandenen Löschmaschinen, wie im Bezug auf Wasserversorung und technische Ausbildung der Feuerwehrmannschaften nur wenig zu wünschen übrig bleibt.” Handlungsbedarf sah man zur damaligen Zeit vor allem im Bereich der sozialen Absicherung: „Wenn neuerdings über Gesetze der Unfallversicherung der Mitglieder der Feuerwehren oder durch Versicherung der Mannschaften bei Societäten viel Gutes geschehen ist, so ist doch durch die Unzulänglichkeit der bei Unfall und Tod eintretenden Unterstützung die schwersten Sorgen des Feuerwehrmannes, die Sorge um die Familie, nicht verscheucht. Darum bleibt es noch übrig, weitere Mittel zu schaffen, um nicht dem treuen und mutigen Kämpfer gegen Brandunglück und Wassernot selbst und den Seinen Elend und Jammer, Stein für Brot zu bieten.”

Eine Satzung der Feuerwehr Wöllnitz stammt aus dem Jahre 1936. Zur damaligen Zeit wurden die Feuerwehren in Feuerwehrvereine umgewandelt und unterstanden dem „Ortspolizeiverwalter“. Neben umfangreichen Pflichten, die den Feuerwehrangehörigen auferlegt waren, geht aus der Satzung auch hervor, dass eine gesetzliche Unfallversicherung für die Einsatzkräfte bestand. Fest kalkulierter Bestandteil der Einnahmen des Vereins waren neben den Mitgliedsbeiträgen und den Zuweisungen der Gemeinde die Vertragsstrafen. So waren die Mitglieder der Wehr verpflichtet für jede selbstverschuldete Verspätung zu einer Übung oder bei einem Brande 0,25 Mark, für unentschuldigtes Fehlen 0,50 Mark Vertragsstrafe zu zahlen.

Über das Einsatzgeschehen der Wöllnitzer Feuerwehr ist nur wenig bekannt. Größere Einsätze aus jüngerer Vergangenheit waren das Hochwasser von 1956, bei dem die Wöllnitzer Kameraden in der Ringwiese eingesetzt waren, ein Hochwassereinsatz vom 09. bis 12.07.1958, bei dem mehrere Brücken (Wichmar, Großpürschütz, Schöps, Lichtenhainer Bad) gesichert, bzw. abgebaut und nach dem Hochwasser wieder aufgebaut werden mußten.

Im Jahr 1946 fand der Ausbildungsdienst der Feuerwehr immer Sonntags in der Gaststätte „Schöne Aussicht“ statt, da Samstage normale Arbeitstage waren. Nur kurze Zeit nachdem so ein Dienst beendet war, meldete Horst Ratz, der damalige Wirt, ein Feuer. Die Kameraden eilten zurück zur Gaststätte und entdeckten in der verqualmten Gaststube einen Schwelbrand. Dieser war duch ein defektes Tonrohr entstanden, das den Kachelofen mit dem Schornstein verbunden hatte und an einem Holzbalken vorbeiführte, der sich entzündete.

Das erste Gerätehaus der Wöllnitzer Feuerwehr stand im Unterdorf – ein Bretterschuppen, in dem die Spritze und kleinere Werkzeuge untergestellt waren. Außerdem gab es dort auch noch ein Leiterhäuschen. Mit den Jahren war der Schuppen marode und für neue Ausrüstung viel zu klein geworden. Deshalb begannen am 21.04.1961 Bauarbeiten für ein neues Feuerwehrhaus.

Dessen Platz war nicht mehr im Unterdorf, sondern am Dorfteich. Bis zum 31.10.1962 hatten die Wöllnitzer das Haus in Eigenleistung errichtet. Insgesamt wurden dazu im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) 1446 Stunden freiwillige Arbeit geleistet. Das Haus hatte nun genügend Raum für Feuerlöschtechnik und Ausrüstungsgegenstände. Bis zum Jahr 2005 fehlten jedoch Sozialräume, ein Schulungsraum und auch über eine Heizung verfügte das Haus bisher nicht.

Das sollte mit dem Anbau geändert werden, der im August 2005 begonnen wurde. Nach altem Vorbild haben Wöllnitzer Einwohner und die Kameraden der Wöllnitzer Feuerwehr das Gebäude in Eigenleistung gebaut. Es stehen den Feuerwehrangehörigen nun hervorragende Bedingungen für die Ausübung ihrer verantwortungsvollen Arbeit zur Verfügung.

Folgende Personen führten die Wöllnitzer Feuerwehr:

–Otto Gerhard
–Albin Hundertmark
–Kurt Otto
–Rudolf Hentschel
–Karl-Heinz Eismann
–Wilhelm Kahlmayer
–Rolf Hünniger
–Horst Kowalzyk
–Karsten Pilling

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