Chronik

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Zwätzen

Die ersten Hinweise auf das Feuerlöschwesen in Zwätzen gehen bis ins Jahr 1743 zurück. Eine Feuerspritze wurde durch den Glockengießer Heinrich Graulich gefertigt und durch die Gemeinde Zwätzen gekauft für 124 Thaler und 7 Groschen. Weiter berichtet die Geschichte, dass im selben Jahr durch die Gemeinde 150 Thaler und 20 Groschen ausgegeben wurden. Darunter befanden sich auch Kosten für ein Spritzenhaus.

Am 20.Juli 1774 wurde eine Inventur in der Gemeinde durchgeführt. An vorhandener Löschtechnik wurde aufgezählt:
- 30 lederne Eimer
- 2 große Leitern
- 4 Feuerhaken mit langer Stange
- 3 kleine Feuerhaken
- eine große neue Leiter mit Eisen beschlagen
- 1 Feuerkrug im Spritzenhaus
- 1 Feuerspritze

Die Feuerspritze tat fast 120 Jahre ihren Dienst. Erst im Jahre 1861 wurde eine neue Spritze für 350 Taler erworben. Die Feuerlöschtruppe setzte sich vorwiegend aus Gemeindemitgliedern zusammen, welche durch die Gemeinde zum Löschdienst verpflichtet wurden. Erst am 25.10.1886 gründete die Gemeinde Zwätzen eine Freiwillige Feuerwehr. In einer Liste aus dem Jahre 1909 sind 45 Mitglieder verzeichnet. Bei einigen steht in der Spalte „Eintritt in die Feuerwehr“ das sie schon vor 1886 eingetreten sind und damit schon Mitglieder der Pflichtfeuerwehr waren.

Aus dem Jahr 1896 stammt eine Verordnung, betreffend der Kleidung und der Ausrüstung eines Feuerwehrmannes. Dazu gehörten 1 Uniformrock, 1 Helm mit Nackenleder, 1 Gurt aus Leder mit Gurtharken, Beiltasche und Beil, 1 Handlaterne, 1 Dienstmütze und eine Armbinde mit Ortsnamen.

Im Laufe der weiteren Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehren wurden diese auch im Katastrophendienst eingesetzt. In einer Verordnung der Stadt Jena aus dem Jahre 1929 wurden Einsatzorte festgelegt. Die Zwätzener Wehr war gemeinsam mit der aus Löbstedt für das Kunitzer Wehr zuständig. Bis zum zweiten Weltkrieg (1939) war die Wehr mit einer fahrbaren Handdruchspritze ausgerüstet. Im Bedarfsfalle stellten die ansässigen Bauern, oder das Uni-Gut die Pferde als Zugmittel zur Verfügung. Bei einem Einsatz außerhalb der Gemeinde war das Gut verpflichtet, einen Traktor zur Verfügung zu stellen.

Während des zweiten Weltkrieges lichteten sich auch die Reihen der Zwätzener Wehr. Zum Dienst wurden ältere Männer und auch Frauen verpflichtet. Während des Krieges rückte die Wehr zu mehreren Bränden nach Bombenangriffen aus. Der schwerste Tag war der 12.04.1945. Die Einsatzkräfte mussten zu 24 Bränden ausrücken, die durch Phosphor verursacht waren. Nach den Erinnerungen des Otto Katzmann waren 6 Feuerwehrmänner im Einsatz. Schlimmeres konnte nur durch die Mithilfe von den Frauen und Kindern verhindert werden. Die Zwätzener Kaserne wurde zum Sammellager für Zwangsarbeiter aus vielen Ländern. Durch die amerikanische Armee wurde verlangt, dass die Angehörigen der Wehr rund um die Uhr eine Feuerwache zu stellen hatten. Die Feuerwachen dauerten 6 Wochen an. Etwas Gutes hatten aber diese 6 Wochen. Denn eine Gruppe Franzosen war nach Jena mit einem alten Daimler-Benz Feuerwehrmannschaftswagen gekommen. Das Fahrzeug war in einem schlechten Zustand und sollte durch die Amis verschrottet werden. Jedoch gelang es den Kameraden der Wehr den amerikanischen Kommandanten davon zu überzeugen, dass das Wrack nicht verschrottet, sondern der Wehr zur Verfügung gestellt wird. Später übernahm die Autowerkstatt Müller aus Jena die Instandsetzung. So kam die Zwätzener Wehr zu ihren ersten Auto. Ein TSA mit TS8 wurde dann noch vom ehemaligen Flughafen der Wehrmacht organisiert. Nun war es der Wehr möglich, auch außerhalb der Stadt Jena für schnelle Hilfe zu sorgen.

Nach 1945 bekam die Wehr wieder mehr Mitglieder. Hinter dem Steigerturm am Wäldchen wurde eine Baracke errichtet, in der ein Schulungsraum eingerichtet war. Die Wehr hatte jetzt im Bestand:
- 1 MTW Daimler
- 1 TSA mit TS8
- 1 zweiteilige Schiebeleiter
- 3 Anstellleitern
- 3 Hakenleitern
- diverses Schlauchmaterial

Im Frühjahr 1950 wurde in der Wehr das erste Jugendaktiv gegründet. Dieses bestand aus 9 Kameraden. Der alte MTW wurde mit der Zeit sehr störanfällig und konnte nur noch durch häufige Reparaturen einsatzbereit gehalten werden. 1952 hat die Abt. Feuerwehr entschieden, den MTW einzuziehen und zu verschrotten. Um weiter die Einsatzbereitschaft der Wehr aufrecht zu erhalten, wurde mit dem Uni-Gut eine Vorspannverpflichtung vereinbart. Im Jahr 1961 erhielt die Wehr einen neuen TSA- TS8.

1973 erweiterte sich der Verantwortungsbereich der Feuerwehr Zwätzen. Nun reichte das Einsatzgebiet der Wehr von Zwätzen, Löbstedt, Nord I bis Nord II. Mitte der 70er Jahre wurde der Wehr als Gerätehaus die alte ungenutzte Scheune vor dem Eingang zum alten Gut zugeteilt. Die Kameraden leisteten insgesamt 1800 Stunden freiwilliger Arbeit wärend der Baumaßnahmen. Im Jahre 1980 erhielt die Wehr einen Robur Koffer als Zugfahrzeug für den TSA – TS8. Dieser wurde im Oktober 1983 gegen einen MTW Typ LO ausgetauscht.

Im Jahre 1982 feierte die Gemeinde Zwätzen ihren 800 jähriges Bestehen. Zur Ausgestaltung des Festumzugs trug die Wehr einen großen Anteil bei. 1986 feierte die FF-Zwätzen in 100 jähriges Bestehen. Im Jahr 1989 erhielt die Wehr ein LF8-TS8 Typ LO.

Nach 1990 änderte sich auch für die Freiwillige Feuerwehr Zwätzen das Einsatzgeschehen. Den neuen und umfangreicheren Aufgaben wurde das LF8-TS8 Typ LO nicht mehr gerecht. 2003 wurde durch die Wehr ein LF8/6 (aktuelle Bez. LF10) Typ Iveco Magirus angeschafft.

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